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Eine Reise ins Land der „aufgehenden Sonne“

Nach einem mehrwöchigen Kurs über Sprache, Land und Leute starteten wir, 13 Schülerinnen und Schüler der Q11, Frau Mirié und Familie Eberling, in der ersten Woche nach den Osterferien endlich unser Abenteuer nach Japan. Nach unserer fünfzehnstündigen Anreise wurden wir alle herzlichst an der Schule, der Hannan Oberschule im Norden Osakas, und anschließend in den Familien willkommen geheißen. Trotz der großen Müdigkeit wollten wir uns den Anblick des Osaka-Schlosses nicht entgehen lassen. So brachen wir nach kurzem Ausruhen noch am gleichen Nachmittag zum traditionellen Schloss im Herzen von Osaka auf. Die Rekonstruktion des Schlosses aus dem 16. Jahrhundert liegt inmitten von Kirschblütenbäumen, umringt von hochmodernen Wolkenkratzern im Zentrum der Stadt und lies uns gleich dieses für Japan typische harmonische Zusammenspiel von Moderne und Tradition erleben. Osaka ist mit seinen 2,6 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Japans und hat uns von der ersten Minute an begeistert. Trotz hoher Erwartungen an Japan und dem vorauseilenden Ruf Osakas unkonventionell, frech und hipp zu sein, hat die Großstadt uns immer wieder aufs Neue überrascht. Um den ersten Tag geschmackvoll abzurunden, gingen wir zum „Running-Sushi“. Dort probierten wir zum ersten Mal das echte japanische Sushi, welches man an Auswahl und Geschmack nicht mit dem hier Bekannten vergleichen kann.
In den beiden darauffolgenden Tagen haben wir in Begleitung unserer Austauschpartner zunächst die traditionelle Seite Japans näher kennengelernt. Bei strahlendem Sonnenschein erwarteten uns in „Nara“ wunderschöne Tempelanlagen und Shinto-Schreine. Bei einem dreistündigen Spaziergang durch das historische Zentrum erklärte uns ein Reiseführer die religiösen und kulturellen Hintergründe. Dabei wurden wir von den dort frei lebenden Rehen begleitet, die einigen von uns, trotz vorheriger Warnungen, die ausgehändigten Stadtpläne wegschnappten und sich gut schmecken ließen. Neben den Stadtplänen gab es auch Kekse zu kaufen, die Touristen verfüttern konnten. Rund 1200 zahme Rehe und Hirsche durchstreifen den Stadtpark der ehemaligen Kaisermetropole. In vorbuddhistischer Zeit galten die Tiere als „Abgesandte des Himmels“ und durften nicht gejagt werden. Heute gelten sie als „lebender Nationalschatz“. Besonders sehenswert ist die riesige Tempelanlage Todai-ji, auf deren Gelände sich die Halle des „Großen Buddha“ befindet, einer 16 Meter hohen Bronzestatue. An der Rückseite des Buddha befindet sich eine Holzsäule mit einem kleinen Durchlass. Wer sich durch die sehr enge Öffnung zwängen kann, findet angeblich Erleuchtung. Einige von uns haben sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und sind unter lautem Beifall der Umstehenden durch die Aushöhlung gekrochen.
Bei strömendem Regen ging es am nächsten Tag nach „Kyoto“, der größten ehemaligen Kaisermetropole mit über 17 Kulturstätten. Hier gab es weitere eindrucksvolle Tempel und Schreine zu besichtigen, darunter den „Goldene Pavillion“ Kinkaku-ji, den berühmte Kiyozumi-dera Tempel - die von Hunderten von Säulen getragene Holzterasse des Haupttempels ist eines der Wahrzeichen Japans – und nicht zuletzt den Fushimi Inari-Schrein. Rund 10 000 rote Torii, Tore aus Holz, säumen den mehr als 4 km langen Weg zum Gipfel des Inari-Bergs. Der im 8. Jahrhundert gegründete Schrein ist einer der ältesten und meistbesuchten Schreine Japans. Unsere gute Stimmung auf diesem interessanten Ausflug konnten auch Nässe und Kälte nicht trüben.
In den darauffolgenden Tagen widmeten wir uns dem modernen Osaka mit seinen zahlreichen Shopping- und Ausgehzentren. Der Stadtteil „Shinsaibashi“ ist bekannt für seine Einkaufsarkaden, und sein Nachtleben. Einen kulinarischen Höhepunkt ermöglichte uns hier die Familie Eberling, indem sie uns zu einem mehrgängigen Krebsessen in einem der zahlreichen traditionellen japanischen Restaurants einlud. Die liebevoll zubereiteten und angerichteten Speisen, die Kellnerinnen im Kimono und der vollständig mit Tatami Matten ausgelegte Speiseraum, haben bei uns allen einen tollen Eindruck hinterlassen. Generell glich das japanische Essen einem Abenteuer. Morgens erwartete uns in den Familien öfter ein traditionelles Frühstück, das unter anderem aus Misosuppe, Reis und Fisch besteht. Außerdem probierten wir weitere typische Spezialitäten, wie Matcha-Eis (Grüner Tee Eis) oder süße rote Bohnen.
Neben den unternommenen Ausflügen besuchten wir auch den Unterricht an unserer Gastschule, wo uns das japanische Schulleben nähergebracht wurde. Interessant fanden wir, dass sowohl Lehrer als auch Schüler die Schule nur mit Hausschuhen betreten durften. Wir bekamen außerdem die Möglichkeit die förmliche Schuleintrittsfeier mitzuerleben und am Nachmittag unterschiedliche „Clubs“ kennenzulernen. An japanischen Schulen ist es üblich, sich nachmittags einem dieser Clubs anzuschließen. Auch wir durften in einige reinschnuppern, zum Beispiel in den Kendo-Club und in den Kaligraphie-Club. Da die Clubs jeden Nachmittag und das ganze Schuljahr hindurch von den Schülerinnen und Schülern besucht werden, erreichen viele ein beachtliches Niveau. Gemeinsam nahmen wir auch an einer Teezeremonie des „Tee(zeremonie)-Clubs“ teil. Dabei wurde uns, in einer eigens dafür eingerichteten traditionellen Teestube, zunächst der Ablauf einer klassischen Zeremonie demonstriert, um uns anschließend an der Teezubereitung selbst zu versuchen. Wir mussten dabei erfahren, dass das Aufschäumen des Grünteepulvers gelernt sein will.
Vor allem unsere liebenswerten Gastfamilien machten unsere Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Trotz sprachlichen Barrieren hatten wir mit ihnen viel Spaß bei zahlreichen Unternehmungen, wie zum Beispiel ein gemeinsamer Karaoke-Besuch oder ein Fotoshooting im Einkaufszentrum. Unseren freien Sonntag verbrachten wir mit unseren Familien. Einige von uns besuchten die Universal Studios Japan oder das Osaka Aquarium Kaiyukan. Mit unserem Besuch des Umeda-Sky-Buildings im Umeda Geschäftsbezirk am letzten Abend, fand unsere gemeinsame Zeit einen krönenden Abschluss. Von den Zwillingstürmen dieses Bürohochhauses kann man rundherum die Skyline von Osaka sehen, die kein Ende zu nehmen scheint. Der nächtliche Ausblick war atemberaubend.
Nach 10 Tagen verließen wir unter Tränen Japan mit vielen neu gewonnen Erfahrungen und Freundschaften. Wir freuen uns schon darauf, unsere Austauschpartner im Juli wiederzusehen und ihnen Deutschland mit seinen Traditionen zu zeigen!

Anna-Lena Benedikt, Natalia Dzierzkowski, Julia Müller
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Diese Seite wurde zuletzt am 19.05.16 aktualisiert.


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