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Besuch der Kaffekooperative ISMA in Huixtla (Chiapas, Mexiko)

Im August 2019 besuchte eine Delegation mit Mitgliedern des DZG die Kaffeekooperative ISMAM (Indígenas de la Sierra Madre de Motozintla) in Mexiko.


Am 13. August 2019 kamen wir mittags nach einer mehrstündigen Busreise von Tuxtla Gutierrez nach Huixtla in unserem Hotel Jardín Real an. Unsere Delegation bestand aus Hermann Pacher (Reisekoordinator), Sonja Lischka (Vertreterin der Politik – Grüne/B90), Markus Lischka (Vertreter der Wirtschaft – REWE), mit ihren Kindern Pauline und Ben Lischka, Dr. Renate Kistler (Schulleitung Gymnasium Markt Indersdorf), Karina Diehl (Übersetzerin) und Laurin Fruhstorfer (Schülersprecher des Dominikus-Zimmermann-Gymnasium).

In unserer Unterkunft trafen wir uns zu einer gemütlichen Gesprächsrunde mit Vertretern von ISMAM. Sie erzählten uns, dass die Organisation vor 30 Jahren als Gegengewicht zu den ausbeuterischen Zwischenhändlern gegründet wurde. Unter der rechtsgerichteten, repressiven Regierung hatte es die junge Kooperative schwer, weil sie als Guerilleros verdächtigt wurden. Ihr Schutzpatron ist San Isidro Labrador. Heutzutage wird die Bauernvereinigung von der Regierung gefördert. Zurzeit sind 750 Bauern Mitglied bei ISMAM. Der Weltmarktpreis für Kaffee schwankt immer wieder. Um den Bauern dennoch ein gutes Auskommen zu garantieren, sichert der faire Handel, in diesem Fall „Weltpartner, eG“ einen Mindestpreis.

An den folgenden drei Tagen besuchten wir mehrere Kaffeefincas. Dazu waren mehrstündige Anreisen mit Kleinbussen und Jeeps in die Sierra Madre nötig. Bei den Bauern wurden wir herzlich empfangen und jedes Mal mit Hühnersuppe und anderen regionalen Spezialitäten verwöhnt. Das kulinarische Highlight stellten selbst gemachte Süßigkeiten bei der Kaffeebäuerin Manuela Díaz dar. Nach Besichtigung der Cafetales (Kaffeepflanzungen) wussten wir, dass Kaffeepflanzen vor allem im Halbschatten an Hängen wachsen. Da auf Kinderarbeit verzichtet wird, benötigt man Erntehelfer/-innen aus dem nahen Guatemala. Obwohl Männer und Frauen dort arbeiten, sind Frauen begehrter, weil sie schneller arbeiten. Nach eigenen Angaben der Bauern werden die Erntehelfer gut bezahlt, denn sonst würden sie gar nicht kommen. Die Kaffeebauern sagten über ihren Beruf „Viel Arbeit – wenig Lohn“. Angebaut werden die Kaffeesorten Arabica und Robusta.

Die geerntete Kaffee wir in mehrere Qualitätsklassen unterteilt. Nur die beste kann zu fairen Preisen nach Europa verkauft werden. Der Rest muss zu niedrigen Preisen in den USA oder in Mexiko verkauft werden.

Der Anbau erfolgt biologisch und wird jährlich von „Naturland“ zertifiziert. Als Schutz gegen Spritzmittel auf benachbarten Plantagen ohne biologischen Anbau wurden Hecken gepflanzt. Als Schattenspender wurden Bäume, z.B. Bananen, gepflanzt, deren Laub als Dünger dient. Außerdem dient das Fruchtfleisch der Kaffeebohnen als Dünger. Es gibt zwei Möglichkeiten den Kaffeepflanzenbestand zu vermehren: 1. Abschneiden der alten Büsche, die dann wieder austreiben, und zweitens das Einpflanzen von Samen. Der Kaffeeexport findet ab dem Hafen „Veracruz“ statt. Die Röstung wird in Europa durchgeführt. ISMAM verfügt über moderne Maschinen zum Sortieren der Kaffeequalitätsklassen.

Die Häuser der Bauern bestanden in der Regel aus Wohnzimmer und Küche – die oftmals vereinigt waren – sowie ein bis drei Nebenzimmern. Zudem gab es eine Toilette. Alle Häuser hatten Trinkwasser- und Stromzugang. Der Bauzustand war sichtlich gut. Kinder hatten Spielsachen wie Plastikfiguren oder Bücher. Telefonanschlüsse gab es teilweise im Haus oder in Nachbardörfern. Brillenträger waren zu sehen, was auf gute gesundheitliche Absicherung oder finanzielle Lage schließen lässt. Die Kleidung war außerdem in einwandfreiem Zustand. Dennoch wurden wir um Spenden für eine Kapelle oder für Maschinen gebeten.

Außerdem nahmen wir an einer Bauernversammlung (asamblea) teil.

Laurin Fruhstorfer

Zum Bericht, der in der Augsburger Allgemeinen erschien, kommen Sie hier.

Diese Seite wurde zuletzt am 08.10.19 aktualisiert.

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Wie das Bild zeigt, hängen an Robusta-Kaffeepflanzen die Bohnen dichter gedrängt. Die grüne Farbe zeigt, dass sie noch unreif sind.

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Arabica-Bohnen wachsen weniger dicht auf dem Busch, sind in Europa aber begehrter. Die rote Farbe zeigt, dass sie reif sind.

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Kaffee verschiedener Qualitätsklassen (links – gut, rechts – schlechter)

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Das Foto zeigt einen Teil unserer Delegation zusammen mit Kaffeebauern.

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