Unsere Schule  > Aktuelles  > Berichte  > Studienreise Isräl 2018

Studienreise des W-Seminars „Geschichte des Nahostkonflikts“ nach Israel

Vom 18.-24.3.2018 hatte das W-Seminar Geschichte unter der Leitung von StRin Annette Mirié zum Thema „Geschichte des Nahostkonflikts“ Gelegenheit, seinen Studiengegenstand hautnah vor Ort bei einer Vielfalt von Besuchen, Vorträgen und Stadtbesichtigungen zu erleben.


Sonntag, 18.03.2018, Treffpunkt 6:00 Uhr, Flughafen München. Temperatur: -5 ° Celsius. Die Reise kann beginnen. Wir waren eine Gruppe von zwölf Schülerinnen und Schülern, mehrheitlich aus dem W-Seminar „Geschichte des Nahostkonflikts“, geleitet von Frau Mirié, welche uns zusammen mit Herrn Kehl begleitete. Für einige war es die erste Reise mit dem Flugzeug, umso aufregender war es für sie, als wir dann im Flieger zu unserem Zwischenstopp nach Wien saßen. Aufgrund der Wetterverhältnisse kamen wir dort allerdings um eine Stunde verspätet an. Dank eines weltrekordverdächtigen Sprints erreichten wir glücklicherweise unser Flugzeug nach Tel Aviv noch, so dass wir dann die Reise in den Nahen Osten antreten konnten. Nach dreieinhalb Stunden Flug landeten wir bei 25° Celsius in Tel Aviv. Dieser Unterschied von sage und schreibe 30° innerhalb eines halben Tages überraschte uns sehr; jedoch freuten wir uns auf das Sommerwetter. Am Flughafen machten wir die Bekanntschaft eines der Mitbegründer der Bildungsstätte „Dialog“, Michael Schwennen, der uns die nächsten zwei Tage begleitete. Nach einem ersten Kennenlernen fuhren wir mit dem Bus zu unserem Jugend-Hostel nach Haifa. Dort ging es nach dem Abendessen an den Strand ans Mittelmeer und schon war der erste Abend vorbei.
Unser erster Morgen in Israel startete mit einem etwas anderen Frühstück, an das wir uns alle erst gewöhnen mussten. Salat und kalte Nudeln gehörten bei keinem von uns in Deutschland dazu, jedoch wurde am Ende jeder satt. Danach ging es dann zu den Workshops, die Michael für uns vorbereitet hatte und durch die allen eine Grundlage über die Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts für die kommenden Tage verschafft wurde. Nachmittags kam es zu einem Treffen mit der zweiten Mitbegründerin der Bildungsstätte und Holocaust-Überlebenden Hanna Tidhar. Sie erzählte von ihren schlimmen Kindheitserinnerungen und ihrer Motivation zur Gründung von „Dialog“. Anschließend hatten wir ein sehr bewegendes Treffen mit einem Vertreter der Ahmadiyya Gemeinde, die einen weltoffenen und toleranten Islam vertritt. Dabei ist uns vor allem ein Satz in Gedächtnis geblieben: „People make places holy, not stones.“ Nachdem der offizielle Teil vorbei war, spielten die meisten von uns nach dem Abendessen gegen eine doppelt so große Gruppe Einheimischer Fußball. Das war ein Abenteuer für sich, da die zehnjährigen Jungs aus Israel eine doch sehr andere Spielphilosophie hatten als wir. Da wurde nicht viel Rücksicht genommen, ob man ein Junge oder Mädchen war, oder sieben Jahre älter.
Am Dienstag fuhren wir zuerst zu einer Schule in Haifa, durch die wir von Schülern der 9. Jahrgangsstufe in Kleingruppen geführt wurden. Mit ihnen unterhielten wir uns sehr viel über den Alltag, die Schule und Sonstiges. Anschließend liefen wir durch die ehemalige deutsche Kolonie zu den Bahai-Gärten. Weiter ging es in ein neu errichtetes Holocaust-Museum mit Gemeindezentrum, das von Anwohnern – alle Holocaustüberlebende – als Treffpunkt genutzt wird. Nach unserem Besuch ging es weiter durch die „Altstadt“ Haifas mit ihren zahlreichen Bauhaus-Gebäuden und durch das arabische Viertel in Richtung Hostel zurück. Dort ließen wir den Abend alle sehr sportlich bei einer Partie Basketball mitsamt den Lehrern ausklingen.
Das Tagesthema am Mittwoch war „die deutsch-israelischen Beziehungen heute und gestern“. Dafür verließen wir das Hostel in Haifa und fuhren nach Tel Aviv. Dort erwartete uns ein Vertreter der deutschen Botschaft, der uns über seine Arbeit, die momentane politische Lage in Israel und die deutsch-israelischen Beziehungen informierte. Danach ging es mit dem Bus weiter nach Jerusalem zur Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Hier hatten wir eine sehr interessante und ausführliche Führung durch das Museum über die Geschichte des Holocausts. Hinterher ging es zur neuen Jugendherberge in Jerusalem nicht weit vom israelischen Parlament, der Knesset, entfernt.
Am Donnerstag machten wir uns mitten in das Zentrum Jerusalems auf, wo wir zunächst in der Erlöserkirche ein Gespräch mit einer evangelischen Priesterin hatten, die uns auf Englisch einen Einblick in ihre Arbeit für die kleine Gemeinde palästinensischer Christen in und um Ost-Jerusalem gab. Anschließend nahmen wir an einer sehr informativen und abwechslungsreichen Führung durch die Innenstadt Jerusalems teil, angefangen bei der Grabeskirche, welche zu den größten Heiligtümern des Christentums gehört, da hier der Überlieferung nach die Stelle der Kreuzigung und des Grabes Jesu ist. Weiter ging es durch den arabischen Markt, wo wir einen Teil der „Via Dolorosa“, des Leidenswegs Jesu, beschritten. Unser nächstes Ziel war die Western Wall, besser bekannt als Klagemauer, an der wir Gelegenheit hatten, die dort stattfindenden Bar Mizwas zu beobachten. Direkt dahinter konnten wir dann auf unserem weiteren Weg den Felsendom und die Al Aqsa Moschee auf dem Tempelberg bewundern. Weiter durch das Jüdische Viertel beendeten wir unseren Rundgang und hatten noch Freizeit auf dem arabischen Markt, auf dem jeder noch ein paar Souvenirs für Zuhause erwerben konnte. Man fühlte sich dort zum Teil sehr wohl, wenn man z.B. mit „Holla die Waldfee! 30% Rabatt für arme Studenten“ auf Deutsch begrüßt wurde. So ging schließlich auch dieser Nachmittag leider zu schnell zu Ende. Ein Teil der Gruppe hatte am Abend noch ein besonderes Erlebnis: Auf dem vorabendlichen Spaziergang zur Knesset wären wir fast Teil eines israelischen Film-Drehs in der Nähe des Hostels geworden. Man hat uns eingeladen mitzuspielen und den Abend dort zu verbringen, wir mussten aber leider zum Essen zurück.
Am Freitag (kaum zu glauben, wie schnell eine Woche vergeht!) mussten wir früh aufstehen, da es ans Tote Meer ging. Nach ein wenig Eile für die Jungs, die verschlafen hatten, fuhren wir mit dem Bus los – zuerst nach Ein Gedi. Das ist ein Naturreservat mitten in der Negev-Wüste mit sehr schönen Wasserfällen, unter denen man sich auch abkühlen konnte. Anschließend erwartete uns eine anstrengende Wanderung von 400 Metern unter dem Meeresspiegel auf die 400 Meter höher liegende Feste Masada, eine ehemaligen Bergfestung, die bis heute als Symbol der Freiheit Israels gilt. Dem Mythos nach leisteten hier über mehrere Jahre jüdische Rebellen eisernen und letztlich erfolglosen Widerstand gegen die römische Besatzungsmacht. Nach einem anstrengenden Fußmarsch bei 38° C im Schatten war der Stolz umso größer, oben auf dem Felsplateau angekommen zu sein, belohnt mit einer atemberaubenden Aussicht über die Wüste bis hin zum Toten Meer. Dorthin ging es danach auch weiter zum Baden für den Rest des Nachmittags. Den meisten von uns schien es unvorstellbar, dort wirklich nicht schwimmen zu können, also überzeugte sich jeder selbst davon und so trieben wir am Ende alle gemeinsam an der Wasseroberfläche (natürlich durften die obligatorischen Zeitungsfotos nicht fehlen). Erschöpft von einem anstrengenden und erlebnisreichen Tag fuhren wir am späten Nachmittag nach Tel Aviv, wo wir unseren letzten Abend gemeinsam an der Strandpromenade ausklingen ließen.
Dann war es leider auch schon so weit, wir mussten die Heimreise antreten. Vier Stunden vor der Abflugzeit am Flughafen anwesend sein zu müssen, klingt viel, jedoch haben wir diese Zeit aufgrund der strengen Sicherheitskontrollen benötigt. Wir verabschiedeten uns vom warmen, sommerlichen Wetter und flogen wieder in den Winter hinein, zurück nach Deutschland. Wir hatten eine wahnsinnig tolle, erlebnisreiche Woche hinter uns und ich glaube, für viele von uns war es nicht die letzte Reise in dieses vielseitige Land.
Vielen Dank an Frau Mirié und Herrn Kehl, die uns begleiteten und auch diese Reise überhaupt erst möglich machten.

Kristina Spitzer Q11

Die Studienreise wurde vom Bayerischen Jugendring im Rahmen der Bayerisch-Israelischen Jugendkooperation großzügig unterstützt.
Für Großansicht klicken!

Vor dem Jaffa-Tor

Für Großansicht klicken!

Am Strand von Haifa

Für Großansicht klicken!

Michael Schwennen lauscht gespannt dem Vortrag der Schüler

Für Großansicht klicken!

Bauhausarchitektur bei unserem Rundgang durch Haifa

Für Großansicht klicken!

Abschließende Ausführungen unseres hochkompetenten Guides, der uns durch die Gedenkstätte Yad Vashem führte

Für Großansicht klicken!

Gruppenbild nach lebendiger Diskussion in der Erlöserkirche in Jerusalem

Für Großansicht klicken!

Vor der Grabeskirche

Für Großansicht klicken!

In der Grabeskirche

Für Großansicht klicken!

An der Klagemauer

Für Großansicht klicken!

Blick auf den Tempelberg

Für Großansicht klicken!

Für Großansicht klicken!

Wanderung zu den Quellen von Ein Gedi

Für Großansicht klicken!

Vor dem Aufstieg auf die Feste Masada

Für Großansicht klicken!

Entspannung von den Strapazen im Toten Meer

Diese Seite wurde zuletzt am 30.04.18 aktualisiert.


Impressum | Datenschutz © 2005-2020 Dominikus-Zimmermann-Gymnasium Landsberg am Lech