Unsere Schule  > Aktuelles  > Berichte  > P Seminar Zeitung Besuch der AA

Spannende Einblicke in die Arbeit der Blattmacher

Das P-Seminar „Zeitungsjournalismus“ des DZG besuchte das Augsburger Medienzentrum. Was die Schüler dabei am meisten beeindruckte


Der Redakteur – ein Beruf für Ausgeschlafene

Um zehn Uhr vormittags mit der Arbeit beginnen – wer möchte das nicht? Was wie ein Traumjob klingt, ist der Beruf des Redakteurs, den der Art Director der Augsburger Allgemeinen dem P-Seminar des Dominikus-Zimmermann-Gymnasiums nahe zu bringen versucht. Die Schüler, die selber den Beruf des Journalisten ins Auge gefasst haben, erhalten in einem anschaulichen Vortrag einen Einblick in den typischen Tagesablauf eines Redakteurs.
Nach der vormittäglichen Blattkritik geht es in die Konferenz, in der die Arbeit für die einzelnen Ressorts verteilt wird. Am Newsdesk planen die Redakteure dann die Ausgabe für den nächsten Tag. Am Hauptdesk sitzt ein Redakteur, der den Überblick behält: Er sichtet das eingehende Material, darunter allein 1500 Nachrichten von den Agenturen, wählt aus, spitzt zu und setzt spannende Überschriften. Ähnlich arbeitet der Producer, ein neuerer Beruf, der dem Wandel der Technik geschuldet ist. Der Producer bringt die Themen in die Zeitung und bereitet sie leserfreundlich auf. Er ist Anlaufstelle und Mittler zur Technik.
Um vierzehn Uhr findet erneut eine Konferenz statt, zu der sich die Producer, der Chefredakteur und der Chef vom Dienst vor dem Monitor treffen, um sich abzustimmen.
Um siebzehn Uhr sind die Texte fertig für die digitale Abendausgabe.
Um siebzehn Uhr dreißig findet eine Schlagzeilenkonferenz statt. Die Überschriften sollen den gewünschten Leseanreiz schaffen.
Um neunzehn Uhr kommen die Seiten in den Druck.

Ein Datum – verschiedene Ausgaben

Was die Besucher erst einmal überraschte, wurde rasch aufgeklärt. Die Ausgaben im Verbreitungsgebiet der AZ werden nicht alle zur gleichen Zeit gedruckt. Zuerst kommen die Ausgaben für das Ausland an die Reihe, da sie den weitesten Lieferweg haben. Zuletzt wird die Ausgabe für Augsburg-Stadt gedruckt. So kann es zum Beispiel sein, dass ein Leser der AZ in der Schweiz am nächsten Morgen noch nichts vom aktuellen Wahlausgang in NRW in der Printausgabe lesen kann, der Augsburger jedoch darüber bereits im Bilde ist, dass es eine neue Landesregierung gibt. Bis dreiundzwanzig Uhr dreißig findet eine permanente Aktualisierung der Nachrichten statt – danach ist Schluss. Denn auch der Augsburger möchte seine AZ um vier Uhr morgens im Briefkasten haben.

Kritik an der Jugendseite 'Klartext'

In der anschließenden Diskussion über die Jugendseite Klartext äußerten sich die Seminarteilnehmer kritisch. Sie meinten, sie fühlten sich von der Klartext – Seite kaum angesprochen. Themen wie Mein Haustier und ich, Kuchenrezepte oder Diddl-Blätter seien für 16 – 18-Jährige zu kindlich. Sie würden es bevorzugen, wenn ganz normale Themen aus Kultur, Politik oder Sport behandelt würden – nur eben aus der Perspektive von Jugendlichen. So interessierten sie sich für Rezensionen zu Konzerten, Filmen oder Theaterstücken für Jugendliche sowie politische Themen für Jungwähler. Diese könnte man auch an anderen Stellen im Lokalteil unterbringen. Die Klartext – Seite hingegen wirke etwas künstlich.

Schüler werden Redakteure

Der Mitarbeiter der AZ gab am Ende den Schülern noch Tipps für ihren Berufswunsch. Wie stellt man es als Schüler der Oberstufe am besten an, Redakteur zu werden? Er empfahl, schon jetzt für die Zeitung Texte zu schreiben und ein Praktikum bei der Zeitung zu machen. Nach dem Abitur sollten die Schüler ein Fachstudium absolvieren, danach ein Volontariat. Eine interessante Alternative sei auch eine Journalistenschule, die gute Chancen auf eine Anstellung biete.

Gutenberg würde staunen

Im Anschluss an die Redaktionssitzung erfuhren die Schüler des P-Seminars etwas über die technische Seite des Zeitungsmachens. Einer der Betriebsführer führte die Schüler kompetent und unterhaltsam durch die Geschichte der Druckerei – von der Bleisatzzeit bis ins Internetzeitalter. Die Ausdehnung der Druckhalle imponiert: Fast 64 Meter lang, neun Meter breit und 13 Meter hoch ist die Druckmaschine, auf der Abend für Abend rund 220000 Ausgaben der AZ gedruckt werden.

Was beeindruckte die Schüler bei ihrem Besuch am meisten?

Max: „Die vielfältige und spannende Arbeit des Redakteurs.“
Natasha: „Dass über die Klartext-Seite nachgedacht wird.“
Julia: „Der Werdegang vom Grafik-Designer zum Director of Art.“
Lukas: „Dass in der Sitzung so offen diskutiert wurde.“
Vor allem wird die Schüler der Tipp des Art Directors durch das P-Seminar begleiten: Möglichst viele Artikel schreiben!

S. Gröschl

Diese Seite wurde zuletzt am 25.04.18 aktualisiert.

Für Großansicht klicken!


Impressum | Datenschutz © 2005-2020 Dominikus-Zimmermann-Gymnasium Landsberg am Lech