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Auf den Spuren des Ersten Weltkrieges

Wir, 14 Schüler des Dominikus-Zimmermann-Gymnasiums in Landsberg am Lech machten uns eine Woche vor den diesjährigen Sommerferien auf den Weg in die Dolomiten, um die abschließende Wanderung unseres P-Seminars durchzuführen.


Nach knapp einem Jahr Vorbereitungszeit an jedem Donnerstag des Schuljahres , an denen wir uns mit der Thematik des 1. Weltkrieges in den Dolomiten, den Verstorbenen, den Spuren in der Region und der Wegplanung für eine Bergtour an der Frontlinie des Krieges beschäftigten, trafen wir uns am 24. Juli endlich mit unserer Begleitperson vom DAV-Landsberg und unseren Lehrern, am Schulparkplatz, um die lange Reise mit dem Bus zum Lago di Misurina anzutreten. Aufgrund unseres Frühstück bei McDonalds, wo wir das letzte Mal unsere Nachrichten auf dem Handy checkten, gingen wir gestärkt und mit viel Motivation los, um die geplanten Berge zu erklimmen. Rucksack auf, Schuhe ein letztes Mal nachschnüren, ein letztes Foto, dann ging es los! Wir wanderten bis zur Hälfte unserer Strecke und hörten dann eine Lesung über die Versorgung der Soldaten im ersten Weltkrieg, durch die wir einen Einblick in das Leben von früher bekamen und uns in die Soldaten einfühlen konnten. Als es dann anfing zu regnen zogen wir alle unser Regenzeug über und stürmten mitsamt unseren Helmen in eine dunkle Höhle, in der wir eine zeitlang Unterschlupf suchten. Da wir keine deutliche Besserung des Wetters erwarteten, führten wir unsere Wanderung nach einer halben Stunde fort, wobei wir sehnlichst auf die Ankunft in der trockenen Hütte warteten, da es von Minute zu Minute stärker anfing zu regnen und zu donnern. Als wir dann klitschnass auf unseren Zimmern waren, richteten wir uns zunächst ein und trafen uns dann im Aufenthaltsraum, um gemeinsam mit unseren 3 Begleitpersonen und Lehrern Spiele zu spielen. Nachdem unser Bärenhunger gestillt war nutzten wir die Gunst der Stunde und fotografierten den Ausblick aus unserer Hütte. Am Abend trafen sich alle Schüler, um sich in einem der Zimmer Gruselgeschichten zu erzählen. Zwar erschauerten wir bei den Gruselgeschichten, doch die Wärme, die wir alle in das Zimmer brachten ließ sogar die Ängstlichen bei uns bleiben, denn niemand wollte freiwillig in sein eigenes, eisiges Zimmer gehen. Irgendwann war es dann doch soweit und unsere Lehrerin schickte uns alle auf unsere Zimmer, damit wir am nächsten Tag ausgeschlafen weiterwandern konnten!
Am darauffolgenden Tag durften wir länger schlafen als erwartet und frühstückten gemeinsam in den späten Morgenstunden. Die Erleichterung war groß, als wir hörten, dass wir uns unsere Rucksäcke teilen durften, da wir am Abend wieder zur gleichen Schlafstätte zurückkehren würden und somit nicht jeder einen Rucksack mit sich rumschleppen musste. Dann folgte unser Aufbruch zum Freilichtmuseum auf dem Monte Piano, der zu österreichischen Seite gehörte und dem Monte Piana, der dementsprechend italienischen Seite. Dort liefen wir durch Schützengräben des ersten Weltkrieges, stiegen in einen Felsbunker ab und durchquerten einen Tunnel, dessen Ende eine steil abfallende Felswand war, an der früher die österreichischen Unterkünfte angebracht waren. Zudem hörten wir Vorlesungen über Hygiene und den Stellungsbau. Auf der österreichischen Seite erwartete uns dann ein Kugelfeuer von Regen, Hagel und Wind, so dass wir schnell zu unserer Hütte zurückgingen. Das Gehen wurde beim Gewitter dann eher zu einem Rennen, wobei eine kurze Pause gemacht werden musste, um einen Schneeball zu formen. Angekommen auf der Hütte duschten wir uns und spielten erneut Spiele und tauschten alle Neuigkeiten aus. Da am nächsten Tag der Hüttenwechsel und somit auch unsere längste Wanderung stattfand gingen wir nach dem Essen alle früh hoch und packten unseren 11 Kilo schweren Rucksack und gingen ins Bett.
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Am dritten Tag im Gebirge standen wir um 05:30 Uhr auf, da uns an diesem Tag mehr als 1000 Höhenmeter bevorstanden. Nach dem morgendlichen Frühstück ging es lange Zeit in einer Eiseskälte nur bergab. Nach ein paar Stürzen und Knien aus Wackelpudding ging es nach einer Flussüberquerung dann 4 Stunden bergauf, wobei die anstrengenden Meter des Bergaufgehens für manche leichte Kost und für Andere eine einzige Qual waren, waren doch alle froh auf der Drei-Zinnen-Hütte angekommen zu sein. Nach dem Mittagessen bezogen wir unsere Betten, wobei wir bei gefühlten -10° Celsius in Stockbetten eines Bettenlagers schliefen! Da die Dusche aufgrund von Wasserknappheit nicht benutzt werden konnte, wuschen wir unsere Haare mit gegenseitiger Hilfe in den eiskalten Waschbecken und hofften, das unsere Haare an der kalten Luft nicht einfrieren. Bis zum späten Nachmittag hin spielten wir im Bettenlager, schliefen oder entspannten uns bis wir dann in den Aufenthaltsraum gingen, ein leckeres Menu aßen und alle gemeinsam Stadt-Land-Fluss spielten. Eingepackt wie Murmeltiere gingen wir dann ins Bett und freuten uns auf den morgigen Tag.
Am vorletzten Tag bekamen wir das erste Mal wirklich die Sonne zu sehen, nachdem wir Regen, Gewitter, Hagel (beziehungsweise Schnee) und Nebel schon miterlebt hatten. Unser Rundgang mit Blick auf die drei Zinnen führte uns erneut zu historischen Orten, wobei wir Lesungen in Kavernen oder neben altem Stacheldraht hielten. Nach vielen Metern bergauf kehrten wir auf einer Hütte ein und gönnten uns ein warmes Mittagessen. Auf dem nebenliegenden Gipfel hielt unser Projektleiter Herr Pfeiffer uns eine emotionale Rede, über das, was er uns näherbringen wollte, wie er unsere Gruppe findet und berührte damit alle Teilnehmer. Er stellte uns dann vor die Wahl den gleichen Weg zurück zu unserer Unterkunft zu nehmen oder einen anderen Pfad mit mehr Höhenmetern. Wider erwarten entschieden wir uns für den „anspruchsvolleren“, neuen Weg bei dem wir auf viele Murmeltiere trafen und diese gleich versuchten mit unseren Kameras festzuhalten. Angekommen auf unserer Hütte fing es dann wieder an zu regnen und wir waren froh im Trockenen zu sein. Am Abend das gleiche Ritual wie immer.. Essen, spielen, schlafen!
Der letzte Tag unserer Wanderung begann wie immer mit einem leckeren Frühstück und dem Packen unseres Rucksackes. Nach dem letzten Lesungstext ging es dann nur noch bergab, wobei unsere Wanderstöcke oftmals auf den Boden fielen, da die Konzentration teilweise schwindet, wenn man tausende von Metern bergabgeht. Mit wackeligen Knien kamen wir dann auf einer Hütte an, wo wir zu Mittag aßen und sehnlichst auf den Bus warteten. Zu diesem mussten wir dann noch 15 Minuten laufen. Angekommen bei der Bushaltestelle schauten wir nach 5 Tagen fast ohne Empfang unsere Nachrichten und ließen uns von dem letzten Schultag vor den Sommerferien der „normal zur Schule gehenden“ berichten. Bei unserer Rückfahrt nach Hause genossen wir dann unser Essen bei Mc Donalds und kamen abends wieder in Landsberg an!
Trotz all der körperlichen Anstrengung, die wir in diesen 5 Tagen geleistet haben, Zeiten der Demotivation und Lustlosigkeit war die Woche in den Bergen eine Erfahrung, die wahrscheinlich niemand von uns vergessen wird. Wir kamen einander und den Lehrern näher und sind zu einer Gruppe geworden, die einander unterstützt und hilft. Wir bedanken uns herzlich bei allen Helfern und Beteiligten, die uns diese tolle Erfahrung möglich gemacht haben!

Diese Seite wurde zuletzt am 09.01.18 aktualisiert.

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