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Wir sind Fairtrade Schule!

Nachdem die Stadt Landsberg seit dem 30. Mai 2014 den Titel Fairtrade Town tragen darf, kann sich nun auch das DZG als erste Schule in Stadt und Landskreis Landsberg über das Prädikat „Fairtrade Schule“ freuen.


Was aber ist eigentlich das Konzept hinter dem Begriff „Fairtrade“?

Es geht hierbei nicht nur um den reinen Austausch von Waren zu Preisen, die den Menschen in den Erzeugerländern ein menschenwürdiges Einkommen garantieren. Betont wird insbesondere das langfristige Ziel, den generellen Lebensstandard der Produzenten in ihren Ländern nachhaltig zu verbessern, und zwar unter anderem durch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen (Urlaub, Schutzkleidung, soziale Vorsorge – für uns in Deutschland eine Selbstverständlichkeit), den Verzicht auf Zwangs- und Kinderarbeit, die Umstellung auf die ressourcenschonende biologische Landwirtschaft, die Möglichkeit, sich fortzubilden und für die eigenen Rechte einzustehen. Oder, wie auf der Fairtrade-Website treffend formuliert: [Fairer Handel] gibt den Menschen hinter den Produkten ein Gesicht. […] Beim Fairen Handel geht es nicht nur um den Warenhandel, sondern es geht auch darum, auf politischer Ebene für mehr Gerechtigkeit einzutreten.“ (Für mehr Information)
Den eigentlichen Grundstein für den Fairtrade-Gedanken an unserer Schule legte Herr Pacher, der sich selbst seit längerer Zeit auch privat mit dieser Idee auseinandersetzt und nicht nur ein P-Seminar zu diesem Thema anbot, das zugleich auch als „Keimzelle“ fungierte, sondern auch sofort begeistert das bei der Verleihfeier zur Fairtrade Town vorgestellte Konzept der Fairtrade Schule aufgriff und an unserer Schule vorstellte. "Wenn man mit eigenen Augen gesehen hat, dass den Bauern des Südens trotz harter Arbeit fast nichts zum Leben bleibt, muss man sich für einen gerechteren Welthandel einsetzen. Ein paar Cent mehr, die wir für Schokolade, Kaffee oder Bananen bezahlen, verbessern die Lebensbedingungen dieser Menschen ganz entscheidend.“
Dass er damit wohl einen Nerv getroffen hatte, zeigt der rege Zuspruch beim ersten Treffen der Koordinationsgruppe, bei der mehr als 30 Schülerinnen und Schüler (vor allem aus den 10. Klassen und der Oberstufe) sowie mehrere Lehrerinnen und Lehrer ihr Interesse am Aufbau einer Steuerungsgruppe demonstrierten. So machten wir uns dann ans Werk, die für das Erlangen des Prädikats notwendigen Kriterien zu erfüllen (auch hier einsehbar): Gründung eines Schulteams (Leitung von Lehrerseite: Herr StD Pacher und Frau OStRin Nowotny, von Schülerseite: Christina Seliger, 10 b), Erstellung eines klar definierten „Kompasses“, der die Abfolge der notwendigen Schritte vorgibt, Verkauf fair gehandelter Produkte an der Schule, Behandlung des Themas Fairtrade in mindestens zwei Jahrgangsstufen und zwei unterschiedlichen Fächern und die Durchführung mindestens einer Schulaktion zum Thema Fairer Handel. In welcher Form wir diese Kriterien im Einzelnen erfüllt haben, ist in unserem Blog einzusehen.
Somit entwickelte sich die Arbeit an unserem Prädikat zunehmend zu einem vor allem durch die Schüler getragenen Projekt, bei dem die beteiligten Lehrer zwar zu anfangs die Richtung vorgaben, gegen Ende aber oft nur mehr die Rolle der Begleiter und Berater übernahmen.
Bei der offiziellen Feier zur Verleihung des Prädikates in der Aula des DZG am 22.04.2015 – musikalisch untermalt durch die Percussion-Künste der Schüler Leon Dorn und Korbinian Fichtl - leiteten deswegen konsequenterweise die Schüler (genauer gesagt, die Schülersprecherinnen Katharina Schafbauer (Q 11) und Maren Plöger (Q12) sowie ein Mitglied des Koordinationsteams, Eva-Marie Stillger, 10 b) souverän die Gesprächsrunde, während die anderen Beteiligten – Oberbürgermeister Mathias Neuner, Landrat Thomas Eichinger, Herr Oliver Wild vom Nord-Süd-Forum, die Fairtrade-Botschafterin Frau Hannah Rüther, die Leiterin des Landsberger Weltladens, Frau Irmengard Schwengele, Herr Markus Lischka, Leiter mehrerer REWE-Märkte in Landsberg und, nicht zu vergessen, der Teamleiter der Fairtrade Gruppe, Herr StD Hermann Pacher und der Schulleiter des DZGs, Herr OStD Bruno Bayer - in die Rolle der Befragten schlüpften und noch einmal gemeinsam rekapitulierten, wie dieser Projekt in Landsberg im Allgemeinen und an unserer Schule im Speziellen ins Lebens gerufen worden war.
Besonders erwähnenswert – das fand auch Frau Rüther bei Ihrer Verleihungsrede – waren unter anderem unsere Verkaufsaktionen zu Nikolaus bzw. Valentinstag (mit Fairtrade-Nikoläusen bzw. Rosen) und die Stunden, die im Religionsunterricht unter dem Großthema „Fair“ gehalten wurden. Auch gestalteten die Kunstseminare unter Frau StRin Stephanie Kaltenecker die Umverpackung für die fair gehandelte Landsberger Stadtschokolade in Zusammenarbeit mit Plant for the Planet, die im Oktober am DZG eine Baumpflanzaktion durchführen werden bzw. erarbeiteten das Design für den Landsberger Fairführer, einem Faltblatt, in dem diejenigen Landsberger Unternehmen und Geschäfte aufgeführt sind, die sich ebenfalls dem Gedanken des Fairen Handels verschreiben haben. Stellvertretend für all diese und weitere Aktionen nahm Christina Seliger dann auch die Verleihurkunde von Frau Rüther entgegen.
Das eigentlich Bemerkenswerte an unserem neuen Titel ist sicherlich die Tatsache, dass mit seiner Verleihung die Aktion nicht beendet ist. Ganz im Gegenteil: nach einer zwei-jährigen Pause müssen wir uns wiederum um das Prädikat bemühen, und von da ab dann jedes Jahr aufs Neue. Aber eigentlich ist dieser äußere Ansporn, uns auch weiterhin mit dem Thema Transfair auseinanderzusetzen, nicht nötig. Christina Seliger bringt ihre Motivation und die aller anderer, die sich für dieses Thema engagieren, auf den Punkt: „Unsere Idee war es, eine gute Sache zu unterstützen und andere anzustecken, da Veränderung mit kleinen Schritten anfängt und jeder etwas bewirken kann.“ Dass das wirklich stimmt, können wir in den nächsten Jahren beweisen.

Bild 1: Fairtrade Deutschland
Diese Seite wurde zuletzt am 03.07.15 aktualisiert.

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