Unsere Schule  > Aktuelles  > Berichte  > Digital-Tag am DZG

Digital-Tag am DZG

„Nur wenn wir uns dem Thema Digitalisierung wie schon vergangenen Herausforderungen gemeinsam stellen, werden wir erfolgreich sein.“ Mit diesen aufmunternden und appellierenden Worten schloss Schulleiter Bruno Bayer den Elternabend zum Thema „Digitaler Durchblick: Smartphone-Überlebenstipps für Eltern“, der im Rahmen des Digital-Tages am vergangenen Dienstag, 21.11.2017, am DZG stattfand.


Am Vormittag erhielten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 mit 11 in altersbezogenen Vorträgen Informationen zu „Sicherheit im Netz“, „Soziale Netzwerke“ (Whatsapp, Instagram, Snapchat) und zu „Fake News & Hate Speech“. Die 5. Jahrgangsstufe wird in Kürze über die Möglichkeiten und Gefahren digitaler Medien von den „Netzgängern“ (Peers) informiert. Nachmittags nahmen die Lehrkräfte am Workshop „Social Media 2017: Die digitale Lebenswelt der Schüler“ teil, abends rundete der oben erwähnte Elternabend den Digital-Tag ab.
Dass der Thementag überaus erfolgreich war, lag nicht nur an der Bereitschaft aller Beteiligter, sich Neuerungen und Herausforderungen zu stellen, sondern in erster Linie am Experten Daniel Wolff, der der Schulgemeinschaft mit seinem fachkundigen Wissen einen kurzweiligen Tag bereitete. Selbst bezeichnet sich Daniel Wolff als „Digitaltrainer“, und man ist erstaunt, welch geballte Kompetenz sich hinter dieser Wortneuschöpfung versteckt. Er arbeitete lange Jahre als IT-Journalist und Silicon-Valley-Korrespondent sowie als begeisterter Gymnasiallehrer und Universitätsdozent – und ist zudem Vater dreier Kinder.
Nicht zuletzt diese Vielseitigkeit ist es, die es Herrn Wolff ermöglicht, sein Wissen zielgruppenorientiert, empathisch und authentisch zu vermitteln. Dass er weder ein fanatischer Anhänger der Digitalisierung noch ein absoluter Gegner der neuen Medien ist, war bei allen Vorträgen deutlich zu spüren. Während er sich einerseits Problembereichen zuwandte, die die Digitalisierung mit sich bringt, zeigte er andererseits die damit verbundenen Chancen auf und gab – abgestimmt auf die jeweilige Zielgruppe – Handlungsanleitungen, vor allem in Bezug auf den Umgang mit Smartphones, von dem – so der Medienexperte – viele Erwachsene immer noch glauben, dass es sich um reine Mobiltelephone handle. Wie weit die Erfahrungswelt heutiger Jugendlicher und Erwachsener in Bezug auf Medienerfahrung divergieren kann, konnte man hautnah beim Abspielen eines Bibi- und Dagi-Bee-Clips erleben. Während zwei Sekunden genügten, bei rund 240 Sechst- und Siebtklässlern starke Emotionen hervorzurufen, kamen einige Erwachsene zum ersten Mal mit den YouTube- und Snapchat-Berühmtheiten in Berührung. Und diese „Leerstelle“ zu füllen, sprich Lehrkräften und Eltern einen Einblick in die digitale Lebens- und Erfahrungswelt Jugendlicher zu geben, ist Herrn Wolff ein großes Anliegen. Spätestens nach dem heutigen Tag wissen alle Lehrkräfte des DZG und viele Eltern, dass es sich bei Bibi um keine kleine Hexe handelt, sondern um eine der bekanntesten Influencer, die mit circa sechs Millionen Likes und eigenen Kosmetikprodukten sehr erfolgreich ist und eine hohe Reichweite erzielt. Das Schauen von YouTube-Videos ist nur ein Beispiel, womit viele Jugendliche ihre Nachmittage füllen. Auch soziale Medien wie Whatsapp, Instagram und insbesondere Snapchat sind angesagt, mit deren Nutzung gewisse Gefahren verbunden sind, die Herr Wolff nicht nur Eltern und Lehrkräften, sondern vor allem auch Schülerinnen und Schülern aufzeigte. Neben gesundheitlichen Schäden wie dem Handynacken eines Smombies oder der zunehmenden Kurzsichtigkeit sei vor allem Cybermobbing erwähnt, das für Betroffene fatale Folgen haben kann. Im Vergleich zu analogem Mobbing potenziere sich die Wirkung beim digitalen Bullying vor allem deshalb, weil die Opfer rund um die Uhr und standortunabhängig psychischen Schikanen ausgesetzt sind. Ein neuer Trend sei das sog. „Revanchemobbing“, ein einstiges Opfer werde zum Täter und umgekehrt. Was können Jugendliche tun, wenn sie Opfer werden? Herr Wolff rät unter anderem den Betroffenen, Gespräche mit Eltern oder Experten zu führen (Nummer gegen Kummer: 166 111), sich die „Cybermobbing-Erste-Hilfe-App“ herunterzuladen oder schlichtweg die Täter zu blockieren. Ein besonderes Markenzeichen von Herrn Wolff sind Tipps, die die Zuhörer sofort umsetzen können. Wie man zum Beispiel unerwünschte Gesprächspartner blockiert und wie man die Einstellungen bei gängigen Apps so verändert, dass die eigene Sicherheit maximiert und der Gewinn der großen IT-Player minimiert wird, illustrierte Herr Wolff während seiner Vorträge via Beamer und die Schülerinnen und Schüler waren herzlich dazu eingeladen, die Sicherheitseinstellungen an ihrem eigenen Smartphone vor Ort und Stelle zu ändern.
„Hausaufgaben“ bekamen an diesem Digital-Tag alle Beteiligten. Neben einer umsichtigen und reflektieren Mediennutzung appellierte Herr Wolff an die Schülerinnen und Schüler, mit ihren Eltern ins Gespräch zu kommen und ihnen vertrauensvoll zu erzählen, wenn sie (im Internet) mit bedenklichen Inhalten konfrontiert werden. Zu den Eltern gerichtet: „Nehmen Sie Ihren Kindern in solchen Fällen ihr Smartphone bitte ja nicht ab, stärken Sie die Vertrauensbasis!“ und „Reden Sie mit Ihren Kindern über deren Internetnutzung und seien Sie ein Vorbild!“, lautet die eindringliche Bitte von Herrn Wolff. Um mit ihren Eltern ins Gespräch zu kommen, sollen alle Schülerinnen und Schüler ihnen ihre Lieblings-App erklären. Auch die Lehrer haben erkannt, dass sie „Hausaufgaben“ machen müssen, vor allem in mediendidaktischer Hinsicht.
Das gemeinsame Ziel ist, dass Schülerinnen und Schüler (digitale) Medien kreativ und produktiv einsetzen und verantwortungsbewusst mit ihnen umgehen. Die Lehrkräfte sind zuversichtlich, dass das Vorhaben gelingen wird, wenn die Schulgemeinschaft im Dialog bleibt, auch mit Experten wie Herrn Wolff. Und Veranstaltungen wie der Digital-Tag leisten dazu einen großen Beitrag!
Der Thementag veranschaulichte, welch tolle Chancen uns digitale Technologien wie 3D-Druck, Virtual Reality oder e-Learning ermöglichen. Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte und Eltern erhielten wertvolle Einblicke in die digitale Welt und zeigten sich begeistert über den informativen Tag, bei dem der Spaß nicht zu kurz kam.

Anita Riedelsheimer

Diese Seite wurde zuletzt am 30.11.17 aktualisiert.

Für Großansicht klicken!


Impressum | Datenschutz © 2005-2017 Dominikus-Zimmermann-Gymnasium Landsberg am Lech